Mittwoch, 15. Juli 2015

Hubert heizte uns ordentlich ein, aufm Horn

Bundeswochenlehrgang 1 vom 4.07. bis 11.07.2015 im Bundesleistungszentrum Herzogenhorn mit Hubert Luhmann 6. Dan 

Und täglich grüßt das Murmeltier – eine Woche lang nur Essen, Schlafen und Aikido trainieren. Das ist der grob zusammengefasste Tagesablauf auf dem Herzogenhorn. Genau das ist es, was viele Aikidoka aus dem gesamten Bundesgebiet motiviert, auf dem Feldberg in 1460 m Höhe eine ganze Woche lang Aikido zu trainieren. Trainer war diesmal Hubert Luhmann, frisch gebackener Bundestrainer des DAB und erstmalig auch Verantwortlicher für die Organisation.                                                      
Am Samstag den 4.07 war Anreisetag; aus Hamburg hatten sich 12 Teilnehmer angemeldet, darunter 2 Prüflinge zur Prüfung auf den 1. Dan.
Nachdem alles an Organisation und die Zimmerverteilung geklärt worden war, ging es zum Abendessen und pünktlich um 19:30 zum 1. Training auf die Matte.
Damit Hubert sich einen besseren Überblick über die Teilnehmer und die Prüflinge verschaffen konnte wurde die Menge in 2 Trainingsgruppen aufgeteilt, dies beugte Verletzungen vor und verschaffte mehr Platz auf der Matte.
Hubert legte beim Training viel Wert auf eine langsame und saubere Ausführung der Techniken. Nicht nur weil die Temperaturen in der Halle teilweise bis über 35 Grad anstiegen, und dies schweißtreibende Folgen für alle Teilnehmer hatte. Er betonte stets, dass seine Ausführung der Technik lediglich eine andere Möglichkeit der Ausführung sei. Alle Teilnehmer waren schließlich schon jahrelang praktizierende Aikidoka und hatten zum Teil schon ihren eigenen Stil Aikido zu trainieren. Weiterhin betonte Hubert, dass das Üben von Grundtechniken, die Gleichgewichtsbrechung und die Effektivität der Technik wichtig sind, was sicherlich auch auf Huberts berufliche Erfahrung als Polizeibeamter zurückzuführen ist. Huberts Kredo bestand jedoch darin den Teilnehmern das „fließen lassen“ der Angriffsenergie für die Technikausführung näher zu bringen. Warum den Uke im Angriff durch eine Bewegung blockieren, wenn er doch die Position, die Nage für seine Technik braucht schon von selbst einnimmt? Also bestand die Aufgabe von Nage darin, die Energien von Uke zuzulassen und sich bei der Technikausführung selbst zu entspannen. Dabei sollte auch auf eine physiologische Körperhaltung geachtet werden: denn sobald z.B. die Schultern von Nage beim Ausüben der Technik hochgezogen werden, spürt Uke die Anspannung und reagiert darauf mit Gegenspannung.
Hubert bot den Teilnehmern ein breit gefächertes Programm an Techniken – die Prüfungsordnung rauf und wieder runter: Shiho-Nage, Irimi-Nage, Ude-Osae aber auch Koshi-Nage, Kaiten-Nage und Ude-Osae durften nicht fehlen. Nach und nach steigerte Hubert den Schwierigkeitsgrad und es kamen Kokoyo-Nage, Tenchi-Nage und Ude-Garami dazu. Natürlich kamen auch die Prüflinge dabei nicht zu kurz. Das abendliche „freie“ Training wurde dazu genutzt, dass jeder für sich – nur unter den strengen und wachsamen Augen von Hubert – trainieren konnte. Die 1. Kata stand auch auf dem Trainingsprogramm.
Um das breite Spektrum an Techniken zu komplementieren, wurden natürlich auch Techniken mit Jo, Bokken und dem Tanto erarbeitet. Den krönenden Abschluss bildete dann die letzte Trainingseinheit am Donnerstagabend mit Bokken und Jo gleichzeitig. Freitags fanden die anstehenden Prüfungen statt.
An den heißen Trainingstagen wurde nach jeder Trainingseinheit das Schwimmbad von den Teilnehmern gerne zur körperlichen (und geistigen) Abkühlung genutzt. Andere bevorzugen es auch in den Trainingspausen zu Wandern oder Spazieren zu gehen oder einfach nur zu Schlafen.
Die gemeinsamen Abende wurden zum gemütlichen Beisammensitzen, musizieren, unterhalten, quatschen & auch Quatsch machen genutzt.
Am Samstagabend nach der Anreise, denkt man sich vielleicht noch: „Yeah, noch 11 Trainingseinheiten vor mir!“ Am Mittwoch freut man sich dann schon auf den trainingsfreien Nachmittag und Freitag stellt man fest: „Schade, dass es morgen schon wieder nach Hause geht!“

In diesem Sinne, ist nach dem Horn dann doch auch immer vor dem Horn!

Mit sportlichen Grüßen, eure Tina